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| Bruno Hoenig |
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Bruno: Mit meinem Alltagsrad, einem Fahrrad so wie ich es mag: Leicht, schnell, unkompliziert. Außerdem ist es ein Rad mit Geschichte(n). Jedes Teil an diesem Rad hat seine besondere Historie. Die Griffe sind zum Beispiel von einem Unfallrad, dass mal ein Kunde in den Laden gebracht hat.
Interviewer: Ähm... die fühlen sich aber furchtbar ungemütlich an! Bruno: (lacht) Nein, die sind genau richtig. Mit dem Rad habe ich übrigens schon mal einen Triathlon in meiner Altersklasse gewonnen. Es ging zu einer Händlertagung bei Kettler im Sauerland. Praktischer Weise war ganz in der Nähe ein Triathlon. Da habe ich dann eben mitgemacht - und gewonnen. (Einwurf von Jörg): Und Du hast mit dem Rad 5000 EUR-Rennräder überholt!? Bruno: Ja, stimmt schon. Aber wenn's geht, setzt ich mich für den Triathlon auf mein Kuota Kalibur; das ist so leicht, da fliegt man gradezu die Berge hinauf. Interviewer: Erzähl uns noch mehr von Deinem Alltagsrad! Bruno: Die Kurbel ist eine Sugino GP, - als Hosenschutzring habe ich da an einem 52er Kettenblatt die Zähne weggefeilt. An meinem Alltagsrad reichen mir 7 Gänge; was dann an Gängen fehlt kompensiere ich eben mit starken Beinen (lacht). Der Schalthebel ist unverwüstlich, tut immer. Von denen haben wir uns irgendwann mal bei Paul Lange (Anm. des Interviewers: Generalimporteur Shimano Deutschland) alle Restbestände gesichert. Die Magura Hydraulikbremsen tun auch immer. Magura ist eine ganz wunderbare Firma, und sogar ein deutscher Hersteller. Der Name verrät schon die Herkunft: MA für "Gustav Magenwirth" und URA für Urach, eine Kleinstadt in Baden Württemberg. Interviewer: Du hast die Kurbel selber bearbeitet? Kommst Du aus dem Metallbau? Bruno: Ich hab eine Zeitlang im Bereich Metallbau gearbeitet, parallel zu meiner Firma "LFZ - Leichtfahrzeuge". Wir haben Dreiräder gebaut, was leider brotlos war. So haben wir eben unser Geld mit Metallbau verdienen müssen. Daher kann ich ein wenig schweißen, drehen, feilen, löten. Interviewer: Mal von Anfang an; wie bist Du zum Radhandel gekommen? Bruno: Ich habe ca. 1986 mit einem Freund die Firma "Stahlross" gegründet. Wir haben zunächst in einem Hinterhof der Wolfstraße in der Altstadt unseren Laden gehabt, später dann in der Heerstraße und noch eine Weile später in der Dorotheenstraße. Als 1992 die Stahlross GmbH gegründet wurde, hab ich die Firma verlassen. Danach habe ich LFZ mit gegründet was - wie schon erwähnt - leider ein brotloses Unterfangen war. Unser Broterwerb "Metallbau" war allerdings kein ungefährliches Arbeiten. Ich hab mich bei einem Unfall schwer verletzt. Meine Frau hat mir darauf hin gut zugeredet, damit aufzuhören. Interviewer: Und so bist Du wieder in den Fahrradhandel zurückgekehrt? Bruno: Ja, richtig. Das war ist aber eher dem Zufall geschuldet. Ich hatte mich bei Drahtesel in Godesberg und parallel bei einer Metallbaufirma beworben. Die Zusage von Drahtesel kam Donnerstag, Freitag war die Zusage des Metallbaubetriebes im Briefkasten. Interviewer: Wie bist Du dann schlussendlich auf die Idee gekommen, Deinen eigenen Laden aufzumachen? Bruno: Ich hatte schon länger ein Geschäftskonzept im Kopf. "Fahrräder reparieren" - ganz einfach. Bei der Suche nach Ladengeschäften bin ich hier in Beuel auf der Hermannstraße fündig geworden. Das ganze sollte zunächst eine One-Man-Show werden... Interviewer: ...was es aber nicht lange geblieben ist. Bruno: Stimmt. Ich hab Marc aus einem Schülerpraktikum übernommen. Später kam Karl... und dann sind wir jedes Jahr um einen Mitarbeiter gewachsen. Interviewer: Kommst Du neben dem Laden überhaupt noch selber dazu Radfahren als Sport zu betreiben? Bruno: Klar, zum einen fahr ich jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit, ab dem Frühling dann auch gern wieder auf Umwegen. So kommen schon mal 500km in der Woche zusammen. Derzeit stehen unsere "Nightrides" auf dem Programm, die wir (fast) jeden Donnerstag mit dem Laden-Team und Bekannten fahren. Diesen Sommer habe ich die Triathlons ausfallen lassen. Verletzungsbedingt war an Laufen nicht zu denken.
Interviewer: Für welchen Verein startest Du? Bruno: Für den SSF - die Schwimm- und Sportfreunde Bonn. Interviewer: Was war Dein Rad-Highlight dieses Jahr? Bruno: Die Alpenüberquerung mit dem Rennrad. Ich bin mit meiner Frau in 20 Etappen von Wien nach Nizza gefahren. 40.000 Höhenmeter, 2000km, 40 Pässe . Die Route stammt aus dem Buch "Mit dem Rennrad durch die Alpen: Über die höchsten Pässe von Wien nach Nizza" von Rudolf Geser. Ein sehr empfehlenswertes Buch! Interviewer: Was fährst Du für Fahrräder, neben dem gezeigten Alltagsrad? Bruno: Als Mountainbike-Hardtail ein Bergamont Platoon Team - ein fantastisch leichtes Rad! Zum entspannten Fahren im Wald habe ich noch ein selbstaufgebautes, quasi "maßgeschneidertes" Fully. Mein drittes MTB ist ein Breezer Single Speed MTB. Rennrad fahre ic h auf meinem Kuota Kredo, Triathlons bestreite ich auf dem Kuota Kalibur. Interviewer: Und die Nightrides... Bruno: ...fahre ich auf einem Bianchi Speedbike, mit Besenstiellenker und Hörnchen, Schmidts Original Nabendynamo und einem Busch und Müller "Cyo"-Scheinwerfer. Wilfried Schmidt kenne ich schon seit er in seiner Diplomarbeit den ersten funktionierenden Nabendynamo beschrieben hat. Interviewer: Letzte Frage, Bruno. Wann wird ein Elektrorad Deinen Fuhrpark zieren. Bruno: Noch nicht, ich mag mich ja anstrengen und die Wege, die ich unverschwitzt zurücklegen möchte sind kurz genug. Aber die neuen Elektroräder bringen sogar einen Radverrückten wie mich zum überlegen... Wie man da mit Schwung aus einer Kurve raus beschleunigen kann! Das hat schon was! Interviewer: Bruno, danke für das Gespräch! PS: Mehr von Bruno kann man in seinem Blog nachlesen. |



